© Salatkirmes Germerode 2024
Salatkirmes Germerode                          09.- 13. Mai 2024

Rede der Kirmesbeerdigung am 06. Juni 2000 von Kirmespfarrer Bernd

Zinngrebe

Liebe Kirmesgemeinde, weibliche Trauergäste, versoffene Bande, Freibiergesichter und sonstige reudige Böcke. Wir haben es auch heute wieder geschafft, nach tage- und nächtelangem Saufen, Fressen und Rumbocken, diesen bitteren Gang anzutreten. Viele werden sich erst einmal fragen, wieso ich den Pfarrer vertrete. Mein Beichtbruder Peter S. hat mich kurzfristig um Hilfe gebeten, da er bereits heute Abend mit den Konfirmanden das Krippenspiel für Heilig Abend in unserer Kirche vorbereitet. Mike, als unmittelbarer Nachbar der Kirmesburschen konnte diese schwierige Aufgabe auch nicht übernehmen. Mike hält schon seit 3 Wochen das Wasser heiß, weil die Niederkunft von Dunja unmittelbar bevorsteht. Zu meinem erstaunen sehe ich doch einige sehr tapfere Anwesende, die mich bei diesem schweren Gang begleiten, obwohl sie noch in der letzten Nacht mehrmals den Kopf durch die Klobrille stecken mußten, um dem teuren Gerstensaft lebewohl zu sagen. Lasset uns nun auf die letzten notgeilen, reudigen, versoffenen Tage zurückblicken. Am Donnerstag begann das ganze Desaster mit dem Discoabend. Das Zelt war auch schnell voll, noch schneller waren anschließend auch viele der reudigsten Vollsaufgeräte voll. Viele Burschen konnten in ihrer Geilheit die Augen nicht von den beiden Vortänzerinnen wenden. Immerwieder versuchten sie, durch jämmerliche, schwankende Tanzversuche die Aufmerksamkeit der Damen zu erlangen. Dies schafften dann unsere beiden gutaussehenden Kirmesburschen, die mit gekonnten, schnellen Bewegungen und einem Hüftschwung ala Elvis die Massen mobilisierten. Am Freitag ging es mit dem verschlingen der Kartoffelpuffer weiter. Etliche Experten haben sich gleich, als Grundlage für das anschließende Kampftrinken, mehrere Kartoffelpuffer quer in den Hals geschoben. Es waren noch nicht alle Kartoffelpuffer herunter gewürgt, da betäubte auch schon die Marchingband Dietemann unsere sensibel angesoffenen Ohrmuscheln mit unnachahmlicher Lautstärke, so daß das Abschütten noch viel besser von statten ging. Das Zurüsseln wurde durch den Auftritt der absolut aufgemotzten, figurbetont gekleideten, scharfmachenden Germeröder Tanzgruppe total unterbrochen. Beim Erblicken dieser Erotikshow lief den notgeilen Böcken das Wasser derartig im Mund zusammen, daß kein Tropfen Bölkstoff durch die Kehle in den Wanst gepreßt werden konnte. Während anschließend die Delicados gewohnt souverän unsere Ohren entzückten, wurde ein Kirmesbursche bei dem Anblick einer amerikanischen Schönheit von seiner Geilheit übermannt. Dieser Junggeselle zerrte die Rakete gleich mehrmals auf die Tanzfläche um körperlichen Kontakt aufzunehmen. Leider mußte das Geschöpf frühzeitig aus dem Zelt fliehen, deshalb wurde das Werk des Burschen nicht vollendet. Nach kurzem Schlummer erwachten die schwer angeschlagenen Waldkämpfer, pünktlich um 7.00 Uhr bestieg die zornige Meute ihren Spezialanhänger ala Mistwagen. Unsere Fahrer Stefan und Ralf wurden von den Kirmesburschen leider nicht richtig "eingenordet". So kam es schon mal vor, daß trotz heftiger Zwischenrufe der Mitfahrer, leider der falsche Wald anvisiert wurde. Bruder Stefan stand so ganz unverhofft in der Pfeiffenhecke statt an der Kohlenstraße, nach kurzer Infoschleife im Ort wurde er wieder auf den rechten Weg gebracht. Nach diesem gloriosen Auftakt nahm das Unheil seinen Gang, die einen schafften, die anderen trichterten sich literweise den Hopfenblütentee in den Wanst. Auch das Frühstück wurde von der Meute heißhungrig verschlungen. Dieses Jahr konnte man sich so die Wampe volldonnern, leider kam es hiernach zu unkontrollierbaren Gasausdünstungen. Um 10.50 Uhr kehrten die vollgesoffenen Waldkämpfer in Germerode ein. Um die Mittagszeit liefen die Herren Bäumeausteiler zu Höchstform auf, besonders ist hier Bruder Christian zu erwähnen. Er tat alles um die Meute anzuheizen, verschonte sich aber auch nicht. Nach leichter Anheiterung wurde er dann am Nachmittag auf dem besagten Mistwagen schläfrig unter drei Maibäumen liegend gesichtet. Im Kängeruh-Viertel wurde die aufgeheizte Meute von unserem wohlbekannten Mike erst einmal mit einem Gartenschlauch wieder heruntergekühlt. Auch das Ständchen spielen wurde wieder von unverhofften Ereignissen heimgesucht. Bruder Stefan B. mußte sich nach wirtschaftlichen Totalschaden an seinem Trecker auf die Schnelle ein anderes Gefährt organisieren. Vergeblich wurde versucht die defekte Zugmaschine mit Menschenpower noch einmal anzuschieben, leider scheiterte dieses Unternehmen kläglich. Leider haben die Kirmesburschen in diesem Jahr keinen guten Vertrag mit Petrus abgeschlossen, so gegen 18.00 Uhr wurden die Schleusen für einen Sturzregen wieder geöffnet. So fielen dann die restlichen Ständchen ins Wasser. Am Abend riefen die Kirmesburschen die Welt auf, nach Germerode zum heißgeliebten Samstagabend zu pilgern, und die Taschen der Burschen gut zu füllen. Die Casanovas preßten den Besuchern aus den noch leicht verschmalzten Ohren den restlichen Schmalz heraus. Nach dem zehnten Schoppen geriet auch der letzte Stimmungsbremser in Wallung, gegen Mitternacht war das Zelt wieder einmal zum Bersten gefüllt, und mancher Besucher auch. Reihenweise wurden wieder die Tische geentert, die Stimmung lief nach Mitternacht dem Siedepunkt entgegen. Die Notgeilheit der Kirmesmeute stellte sich auch dieses Jahr wieder ein. Leider hat mein Privatdetektiv am Samstag leicht im Sulber gelegen, sonst könnte ich euch noch ganz andere perverse Details rund um das Festzelt vortragen. Gegen Anbruch der Morgendämmerung hat der besagte Petrus wieder einmal die Schotten geöffnet, und eine wahre Sintflut ergoß sich über Germerode. Nach Sichtung der Wetterlage beschlossen die meisten Vollsaufmaschinen, den nächsten Thekenwalzer zu beginnen. Alle anderen unvernünftigen Gäste gingen hinaus, um sich den Arsch waschen zu lassen.. Am Sonntag raffte sich die wahre Germeröder Elite auf, um an der allseits geschätzten Alkoholverdunstungsstunde in der Klosterkirche teilzunehmen. Dort wurden von meinem vorgenannten Beichtbruder Peter S. die Fäden des Lebens zurecht gesponnen. Nach diesem Highlight verließ die Kirmesjugend die Klosterkirche, um wieder den Ort abzulatschen. Vorher aber wurde die Kirmesjugend von Petrus erst einmal abgeduscht. Der Leidensweg durch das Kaff wurde von leichter Konfusion geprägt, auf dem Anger wurden bei suptropischen Temperaturen wieder die Körper durch die Gegend geschoben. Jeder gab sich bei dem Wettbewerb "Der schlechteste Tänzer seit 800 Jahren" die beste Mühe, die Siegerehrung fiel im allgemeinen Chaos ins Wasser. Dieses Martyrium fand irgendwann sein Ende, jedoch erst in dem Moment, als dem letzen Trompeter der Atem ausging. Fröhlich ging dann unter dem Motto "Wenn die bunten Fahnen wehen" die Druckbetankung wieder von vorne los. In der rot-weiß gestreiften Saufhalle hielt es Kirmesjugend bei der Saunahitze und dem zunehmenden Alkohollevel keiner lange aus. Die Masse verpisste sich sowieso, um der göttlichen Formel 1 ihre alkoholgeröteten Augen zu widmen. Nach dieser ganzen Aktion fand sich die Dorfmeute erst wieder abends in der großen Saufhalle ein. Leider hatte die ausländische Bevölkerung von unseren wilden Urtrieben die Nase reichlich voll, und vermied es wieder in Heerscharen in das Zelt einzuströmen. Die anfänglich chronische Unlust der nachmittaglichen Vollsaufgeräte wurde erst nach Miiternacht abgelegt. Plötzlich entstand an der Theke eine spontane Polonäse, die der Stimmung erst wieder ihren gewohnten Auftrieb gab. Saufbruder Peter Schinköth "Fußballgott" führte diese über die Tanzfläche durch die ganze Saufhalle. Mit außerordentlicher Disziplin schaffte es dieser Trunkenbold, sein Bierglas durch das Zelt zu balancieren, ohne den Inhalt über irgendwelche geilen Weiber zu verspritzen. Ralf Z. und mein Amtsbruder Rolf N. waren von dem Disco-Sound so angetörnt, daß diese abrupt ein Gitarrensolo lieferten. Da leider kein entsprechendes Instrument zur Verfügung stand, wurde kurz entschlossen ein Zelttisch als Gitarre umfunktioniert. Olaf S. war in seiner unnachahmlichen Geilheit auf der Tanzfläche unterwegs. Er sah plötzlich zwei lange, schlanke Beine. Er zerrte das bildhübsche Subjekt auf die Tanzfläche. Irgendwann stellte er beim Tanzen fest, daß er den heutigen Kirmespfarrer erwischt hatte. Er dachte sich aber einfach: Ein bisschen BI schadet nie. In den frühen Morgenstunden endete dieses Spektakel. Die Kirmesjugend raffte sich auf, um wieder irgendwelche Eier zusammen zu schnorren. Bei der Tour durch das Dorf zeichnete sich besonders der Mann aus, der es schon einmal bei mir gewagt hatte, hängend auf der Mistmauer auf die Miste zu kotzen und parallel dazu auf den Hof zu scheißen. Der eben beschriebene rammelte sich bei Rohmunds mit 85 Atü auf den Bürgersteig. Nach vergeblichen Versuchen, wieder das Stadium eines Zweibeiners zu erreichen, wurde er wieder in eine menschliche Kreatur verwandelt. Auch ein Straßenschild wurde in dieser Nacht von der Kirmesmeute in eine Frisbeescheibe verwandelt. Nach diesem ganzen Frevel kehrte die mittlerweile fast verhungerte Meute in den Jugendraum ein, um sich erst wieder die Wampe voll zu donnern und anschließend mit Sportgetränken den Gnadenschuß zu setzen. Heute morgen gaben sich die letzten Elite-Kampftrinker noch einmal die Ehre, um zu zeigen, daß noch nicht aller Tage abend ist. Sie pumpten Bölkstoff in sich hinein, das kaum noch Platz war, eine Schweinshaxe in die Bierkötze zu schmeißen. Besonders taten sich beim Abpressen Bernd N. und Andreas H. hervor. Sie versuchten sogar mich als heiligen Kampftrinker zu erküren. Leider war es mir nicht vergönnt, diese Prüfung stand zu halten. Eine besonders ausfallende Erscheinung war fast wie immer unser Ex-Läufer-Bruder Udo Sch. , der es vor lauter Biernot wieder einmal fertig gebracht hatte, den Läuferstock zu entwenden. Dies waren die bisherigen Ereignisse der Kirmes, die mir von den altbewährten versoffenen, reudigen, stinkenden Kirmesspionen zugetragen wurden. Bevor wir unsere geliebte Kirmes in das tiefe, dunkle Loch schmettern, lasset uns unsere schmierigen, vom Rauchen vergilbte Hände falten und unseren heiligen Glauben bekennen. Ich glaube, daß die Kirmes gelungen ist, daß es heute abend dunkel und morgen wieder hell wird an die Kirmesburschen, geboren in Deutschland, gekämpft im Wald, gelitten unter manchen Tiefschlägen, gesoffen, gedient und gekämpft für uns alle, sie ackerten so manche Stund', um zu richten, was noch zu richten war. Ich glaube an die Waldkämpfer, besonders an Christian, weil er uns für immer aus dem Wald verlassen hat, an seinen kräftigen Durst, weil er uns so inspirierte, an die Pommesbude, weil sie unsere Mägen verdichtet, an AKE, weil sie uns mit Gerstensaft versorgt, an den Scheißhauswagen, aber nur wenn die Damen in die Herrentoilette strömen, an den Schornsteinfegermeister, der immer noch seine Prinzessin sucht an den Bullerschnaps von Oliver Eichenbergs Kirmeskind an das vor acht Jahren am Herzinfarkt verendete Huhn, weil es keine Chance mehr hatte, noch eine Kirmes zu erleben an die Senkung der Sprittpreise an den Kirmesläufer Martin, das er die nächsten hundert Jahre immer im Kreise hüpft daß in Germerode ein Freudenhaus sowie ein Straßenstrich entsteht daß wir in Germerode das Volk sind, das am besten feiern und saufen kann, an ein ewiges Leben der Kirmes. Die Kollekte dieses Jahr entfällt wegen nicht angefallener Reinigungskosten des Hofes in der Vierbacher Straße 26, da in diesem Jahr kein Waldkämpfer auf den Hof plärrte. Bitte senkt noch einmal Eure vom Alkohol gezeichneten Saufköppe, damit wir den geheiligten Sarg in das Reich der Volltrunkenheit hinablassen können. Ich bitte euch nun, liebe Damen und reudigen, durstigen Säcke an den Anger zu marschieren. Die Kirmesburschen haben angeordnet, euch auf den Anger zu geleiten um zu Tanzen. Von dort aus geht es zum Final-Gong in das Festzelt, um das Kirmesfell der Kirmesburschen zu versaufen. Einige Zitate sind leider diesmal der Zensur zum Opfer gefallen...
© Salatkirmes Germerode 2024
Salatkirmes Germerode  09. - 13. Mai 2024

Rede der Kirmesbeerdigung am 06.

Juni 2000 von Kirmespfarrer Bernd

Zinngrebe

Liebe Kirmesgemeinde, weibliche Trauergäste, versoffene Bande, Freibiergesichter und sonstige reudige Böcke. Wir haben es auch heute wieder geschafft, nach tage- und nächtelangem Saufen, Fressen und Rumbocken, diesen bitteren Gang anzutreten. Viele werden sich erst einmal fragen, wieso ich den Pfarrer vertrete. Mein Beichtbruder Peter S. hat mich kurzfristig um Hilfe gebeten, da er bereits heute Abend mit den Konfirmanden das Krippenspiel für Heilig Abend in unserer Kirche vorbereitet. Mike, als unmittelbarer Nachbar der Kirmesburschen konnte diese schwierige Aufgabe auch nicht übernehmen. Mike hält schon seit 3 Wochen das Wasser heiß, weil die Niederkunft von Dunja unmittelbar bevorsteht. Zu meinem erstaunen sehe ich doch einige sehr tapfere Anwesende, die mich bei diesem schweren Gang begleiten, obwohl sie noch in der letzten Nacht mehrmals den Kopf durch die Klobrille stecken mußten, um dem teuren Gerstensaft lebewohl zu sagen. Lasset uns nun auf die letzten notgeilen, reudigen, versoffenen Tage zurückblicken. Am Donnerstag begann das ganze Desaster mit dem Discoabend. Das Zelt war auch schnell voll, noch schneller waren anschließend auch viele der reudigsten Vollsaufgeräte voll. Viele Burschen konnten in ihrer Geilheit die Augen nicht von den beiden Vortänzerinnen wenden. Immerwieder versuchten sie, durch jämmerliche, schwankende Tanzversuche die Aufmerksamkeit der Damen zu erlangen. Dies schafften dann unsere beiden gutaussehenden Kirmesburschen, die mit gekonnten, schnellen Bewegungen und einem Hüftschwung ala Elvis die Massen mobilisierten. Am Freitag ging es mit dem verschlingen der Kartoffelpuffer weiter. Etliche Experten haben sich gleich, als Grundlage für das anschließende Kampftrinken, mehrere Kartoffelpuffer quer in den Hals geschoben. Es waren noch nicht alle Kartoffelpuffer herunter gewürgt, da betäubte auch schon die Marchingband Dietemann unsere sensibel angesoffenen Ohrmuscheln mit unnachahmlicher Lautstärke, so daß das Abschütten noch viel besser von statten ging. Das Zurüsseln wurde durch den Auftritt der absolut aufgemotzten, figurbetont gekleideten, scharfmachenden Germeröder Tanzgruppe total unterbrochen. Beim Erblicken dieser Erotikshow lief den notgeilen Böcken das Wasser derartig im Mund zusammen, daß kein Tropfen Bölkstoff durch die Kehle in den Wanst gepreßt werden konnte. Während anschließend die Delicados gewohnt souverän unsere Ohren entzückten, wurde ein Kirmesbursche bei dem Anblick einer amerikanischen Schönheit von seiner Geilheit übermannt. Dieser Junggeselle zerrte die Rakete gleich mehrmals auf die Tanzfläche um körperlichen Kontakt aufzunehmen. Leider mußte das Geschöpf frühzeitig aus dem Zelt fliehen, deshalb wurde das Werk des Burschen nicht vollendet. Nach kurzem Schlummer erwachten die schwer angeschlagenen Waldkämpfer, pünktlich um 7.00 Uhr bestieg die zornige Meute ihren Spezialanhänger ala Mistwagen. Unsere Fahrer Stefan und Ralf wurden von den Kirmesburschen leider nicht richtig "eingenordet". So kam es schon mal vor, daß trotz heftiger Zwischenrufe der Mitfahrer, leider der falsche Wald anvisiert wurde. Bruder Stefan stand so ganz unverhofft in der Pfeiffenhecke statt an der Kohlenstraße, nach kurzer Infoschleife im Ort wurde er wieder auf den rechten Weg gebracht. Nach diesem gloriosen Auftakt nahm das Unheil seinen Gang, die einen schafften, die anderen trichterten sich literweise den Hopfenblütentee in den Wanst. Auch das Frühstück wurde von der Meute heißhungrig verschlungen. Dieses Jahr konnte man sich so die Wampe volldonnern, leider kam es hiernach zu unkontrollierbaren Gasausdünstungen. Um 10.50 Uhr kehrten die vollgesoffenen Waldkämpfer in Germerode ein. Um die Mittagszeit liefen die Herren Bäumeausteiler zu Höchstform auf, besonders ist hier Bruder Christian zu erwähnen. Er tat alles um die Meute anzuheizen, verschonte sich aber auch nicht. Nach leichter Anheiterung wurde er dann am Nachmittag auf dem besagten Mistwagen schläfrig unter drei Maibäumen liegend gesichtet. Im Kängeruh-Viertel wurde die aufgeheizte Meute von unserem wohlbekannten Mike erst einmal mit einem Gartenschlauch wieder heruntergekühlt. Auch das Ständchen spielen wurde wieder von unverhofften Ereignissen heimgesucht. Bruder Stefan B. mußte sich nach wirtschaftlichen Totalschaden an seinem Trecker auf die Schnelle ein anderes Gefährt organisieren. Vergeblich wurde versucht die defekte Zugmaschine mit Menschenpower noch einmal anzuschieben, leider scheiterte dieses Unternehmen kläglich. Leider haben die Kirmesburschen in diesem Jahr keinen guten Vertrag mit Petrus abgeschlossen, so gegen 18.00 Uhr wurden die Schleusen für einen Sturzregen wieder geöffnet. So fielen dann die restlichen Ständchen ins Wasser. Am Abend riefen die Kirmesburschen die Welt auf, nach Germerode zum heißgeliebten Samstagabend zu pilgern, und die Taschen der Burschen gut zu füllen. Die Casanovas preßten den Besuchern aus den noch leicht verschmalzten Ohren den restlichen Schmalz heraus. Nach dem zehnten Schoppen geriet auch der letzte Stimmungsbremser in Wallung, gegen Mitternacht war das Zelt wieder einmal zum Bersten gefüllt, und mancher Besucher auch. Reihenweise wurden wieder die Tische geentert, die Stimmung lief nach Mitternacht dem Siedepunkt entgegen. Die Notgeilheit der Kirmesmeute stellte sich auch dieses Jahr wieder ein. Leider hat mein Privatdetektiv am Samstag leicht im Sulber gelegen, sonst könnte ich euch noch ganz andere perverse Details rund um das Festzelt vortragen. Gegen Anbruch der Morgendämmerung hat der besagte Petrus wieder einmal die Schotten geöffnet, und eine wahre Sintflut ergoß sich über Germerode. Nach Sichtung der Wetterlage beschlossen die meisten Vollsaufmaschinen, den nächsten Thekenwalzer zu beginnen. Alle anderen unvernünftigen Gäste gingen hinaus, um sich den Arsch waschen zu lassen.. Am Sonntag raffte sich die wahre Germeröder Elite auf, um an der allseits geschätzten Alkoholverdunstungsstunde in der Klosterkirche teilzunehmen. Dort wurden von meinem vorgenannten Beichtbruder Peter S. die Fäden des Lebens zurecht gesponnen. Nach diesem Highlight verließ die Kirmesjugend die Klosterkirche, um wieder den Ort abzulatschen. Vorher aber wurde die Kirmesjugend von Petrus erst einmal abgeduscht. Der Leidensweg durch das Kaff wurde von leichter Konfusion geprägt, auf dem Anger wurden bei suptropischen Temperaturen wieder die Körper durch die Gegend geschoben. Jeder gab sich bei dem Wettbewerb "Der schlechteste Tänzer seit 800 Jahren" die beste Mühe, die Siegerehrung fiel im allgemeinen Chaos ins Wasser. Dieses Martyrium fand irgendwann sein Ende, jedoch erst in dem Moment, als dem letzen Trompeter der Atem ausging. Fröhlich ging dann unter dem Motto "Wenn die bunten Fahnen wehen" die Druckbetankung wieder von vorne los. In der rot- weiß gestreiften Saufhalle hielt es Kirmesjugend bei der Saunahitze und dem zunehmenden Alkohollevel keiner lange aus. Die Masse verpisste sich sowieso, um der göttlichen Formel 1 ihre alkoholgeröteten Augen zu widmen. Nach dieser ganzen Aktion fand sich die Dorfmeute erst wieder abends in der großen Saufhalle ein. Leider hatte die ausländische Bevölkerung von unseren wilden Urtrieben die Nase reichlich voll, und vermied es wieder in Heerscharen in das Zelt einzuströmen. Die anfänglich chronische Unlust der nachmittaglichen Vollsaufgeräte wurde erst nach Miiternacht abgelegt. Plötzlich entstand an der Theke eine spontane Polonäse, die der Stimmung erst wieder ihren gewohnten Auftrieb gab. Saufbruder Peter Schinköth "Fußballgott" führte diese über die Tanzfläche durch die ganze Saufhalle. Mit außerordentlicher Disziplin schaffte es dieser Trunkenbold, sein Bierglas durch das Zelt zu balancieren, ohne den Inhalt über irgendwelche geilen Weiber zu verspritzen. Ralf Z. und mein Amtsbruder Rolf N. waren von dem Disco-Sound so angetörnt, daß diese abrupt ein Gitarrensolo lieferten. Da leider kein entsprechendes Instrument zur Verfügung stand, wurde kurz entschlossen ein Zelttisch als Gitarre umfunktioniert. Olaf S. war in seiner unnachahmlichen Geilheit auf der Tanzfläche unterwegs. Er sah plötzlich zwei lange, schlanke Beine. Er zerrte das bildhübsche Subjekt auf die Tanzfläche. Irgendwann stellte er beim Tanzen fest, daß er den heutigen Kirmespfarrer erwischt hatte. Er dachte sich aber einfach: Ein bisschen BI schadet nie. In den frühen Morgenstunden endete dieses Spektakel. Die Kirmesjugend raffte sich auf, um wieder irgendwelche Eier zusammen zu schnorren. Bei der Tour durch das Dorf zeichnete sich besonders der Mann aus, der es schon einmal bei mir gewagt hatte, hängend auf der Mistmauer auf die Miste zu kotzen und parallel dazu auf den Hof zu scheißen. Der eben beschriebene rammelte sich bei Rohmunds mit 85 Atü auf den Bürgersteig. Nach vergeblichen Versuchen, wieder das Stadium eines Zweibeiners zu erreichen, wurde er wieder in eine menschliche Kreatur verwandelt. Auch ein Straßenschild wurde in dieser Nacht von der Kirmesmeute in eine Frisbeescheibe verwandelt. Nach diesem ganzen Frevel kehrte die mittlerweile fast verhungerte Meute in den Jugendraum ein, um sich erst wieder die Wampe voll zu donnern und anschließend mit Sportgetränken den Gnadenschuß zu setzen. Heute morgen gaben sich die letzten Elite- Kampftrinker noch einmal die Ehre, um zu zeigen, daß noch nicht aller Tage abend ist. Sie pumpten Bölkstoff in sich hinein, das kaum noch Platz war, eine Schweinshaxe in die Bierkötze zu schmeißen. Besonders taten sich beim Abpressen Bernd N. und Andreas H. hervor. Sie versuchten sogar mich als heiligen Kampftrinker zu erküren. Leider war es mir nicht vergönnt, diese Prüfung stand zu halten. Eine besonders ausfallende Erscheinung war fast wie immer unser Ex-Läufer-Bruder Udo Sch. , der es vor lauter Biernot wieder einmal fertig gebracht hatte, den Läuferstock zu entwenden. Dies waren die bisherigen Ereignisse der Kirmes, die mir von den altbewährten versoffenen, reudigen, stinkenden Kirmesspionen zugetragen wurden. Bevor wir unsere geliebte Kirmes in das tiefe, dunkle Loch schmettern, lasset uns unsere schmierigen, vom Rauchen vergilbte Hände falten und unseren heiligen Glauben bekennen. Ich glaube, daß die Kirmes gelungen ist, daß es heute abend dunkel und morgen wieder hell wird an die Kirmesburschen, geboren in Deutschland, gekämpft im Wald, gelitten unter manchen Tiefschlägen, gesoffen, gedient und gekämpft für uns alle, sie ackerten so manche Stund', um zu richten, was noch zu richten war. Ich glaube an die Waldkämpfer, besonders an Christian, weil er uns für immer aus dem Wald verlassen hat, an seinen kräftigen Durst, weil er uns so inspirierte, an die Pommesbude, weil sie unsere Mägen verdichtet, an AKE, weil sie uns mit Gerstensaft versorgt, an den Scheißhauswagen, aber nur wenn die Damen in die Herrentoilette strömen, an den Schornsteinfegermeister, der immer noch seine Prinzessin sucht an den Bullerschnaps von Oliver Eichenbergs Kirmeskind an das vor acht Jahren am Herzinfarkt verendete Huhn, weil es keine Chance mehr hatte, noch eine Kirmes zu erleben an die Senkung der Sprittpreise an den Kirmesläufer Martin, das er die nächsten hundert Jahre immer im Kreise hüpft daß in Germerode ein Freudenhaus sowie ein Straßenstrich entsteht daß wir in Germerode das Volk sind, das am besten feiern und saufen kann, an ein ewiges Leben der Kirmes. Die Kollekte dieses Jahr entfällt wegen nicht angefallener Reinigungskosten des Hofes in der Vierbacher Straße 26, da in diesem Jahr kein Waldkämpfer auf den Hof plärrte. Bitte senkt noch einmal Eure vom Alkohol gezeichneten Saufköppe, damit wir den geheiligten Sarg in das Reich der Volltrunkenheit hinablassen können. Ich bitte euch nun, liebe Damen und reudigen, durstigen Säcke an den Anger zu marschieren. Die Kirmesburschen haben angeordnet, euch auf den Anger zu geleiten um zu Tanzen. Von dort aus geht es zum Final-Gong in das Festzelt, um das Kirmesfell der Kirmesburschen zu versaufen. Einige Zitate sind leider diesmal der Zensur zum Opfer gefallen...