© Salatkirmes Germerode 2019 - Webmaster Rolf Nickel
Salatkirmes Germerode 30. Mai bis 03. Juni 2019

Rede der Kirmesbeerdigung am 29. Mai 2006 von Kirmespfarrer Rolf Nickel

Sehr geehrte traurige Kirmesgesellschaft, weiblich Trauergestalten, versoffene Bande, Frühschoppenschlucker und Freibiergesichter. Ich hoffe, dass ich damit alle begrüßt habe. Nach fünf intensiven Tagen des Saufens, Fressens und Rumbockens stehen wir heute nun wieder hier, um unsere geliebte Kirmes in einem Sarg in das dunkle große Loch zu schmettern. Mit großer Verwunderung stelle ich fest, das sich doch hier einige Menschen vom Zapfhahn trennten und bis hierher gefunden haben. Faltet nun eure von Nikotin und Bier versüfften Finger um auf die letzten notgeilen, räudigen Tage zurückzublicken. Vieles war für die diesjährige Salatkirmes nicht so einfach. Nach drei Begattungsversuchen, in Fachkreisen auch Kirmesversammlung genannt, fanden sich endlich 2 neue Burschen. Zu allem Elend findet um die gleiche Zeit hinter dem Berg auch ein komisches Konkurrenzfest namens „Chattenfest“ oder so ähnlich statt. Aber die entscheidende Frage ist hierbei gewesen: Wer sind denn überhaupt die Kirmesburschen? Wer ist der Festwirt? Wo sind wir denn überhaupt? Am Gründonnerstag, auch Papitag genannt, öffneten die Kirmesburschen das Festzelt und mein Amtsbruder Petrus die Schleusen des Himmels. Noch am Nachmittag waren die Burschen Steve Flower und Hansi „Brennhorn“ Hartmann kräftig am Arbeiten. Mit Schlepper und Anhänger wurde noch Zeugs durch die gegen gekarrt, da aber unsere Jungväter am Heiligenberg bei Matze K. residierten, erspähten sie das besagte Vehikel und beschlagnahmten den Bolzen. Und weil das alle so toll fanden, wurde der „Kirmesbolzen“ an einem würdigen Platz im Festzelt an der höchsten Stelle desselbigen gut sichtbar montiert. Versuche der Burschen, das Teil mit der Leiter wieder in ihren Besitz zu bringen, scheiterten alle kläglich. Am Abend, dann heizte das Discoteam Merlin zum zehnjährigen Dienstjubiläum bei uns so richtig ein. Und ein wenig Rockmusik gab es dann auch auf die Lauscher. Das Zelt war wieder brechend voll, das lag wohl am Wetter. Wenn ein gebürtiger Ringgauner Kirmesbursche wird, weint nämlich sogar der Himmel. Und weil das Wetter so sauig war, wollte keiner aufs Chattenfest hinterm Berg auf lausige Open Air- Veranstaltungen. So war das Säckel der Burschen schnell gefüllt und ihre Stimmung stieg erheblich. Auch einige Vollsaufgeräte gerieten wieder außer Rand und Band, und zu allem Übel waren wieder die bösen Tischzerfetzer unterwegs, die dann auch noch hunderte an Biergläsern zerdepperten. Am Freitag war dann wieder die Zeit angebrochen, sich den Magen mit Kartoffelpuffer und Brüh vollzuwürgen. Etliche Spritthexen schoben sich das Zeugs quer und hochkant durch den Hals, es sah ganz und gar fürchterlich aus. Weiter ging es im Programm mit einer Kombo aus der Zone, die offizielle Kirmeseröffnung ging fast reibungslos. Nur der Fahnenträger Timm W. glänzte mit totaler Unwissenheit und boykottierte das hin- und hergeschiebe auf der Tanzfläche. Nachdem die letzten verfressenen Hungermäuler sich die verbrutzelten Kartoffelfladen reingefeuert hatten, kam auch gleich nach dem Hineinwürgens des letzten Bisses die Auftritte des hiesigen Spochtvereins. Es blieb kaum Zeit eine Brüh zu saufen, schon begannen die Hüppegruppen (von meinem Amtsbruder Jörg. Sch. auch mal als „Krampfadergeschwader“ tituliert) die Augen der notgeilen Böcke zu verblitzen. Bei einem Liedchen von Frank Sinatra – NEW YORK – lief die Erotikshow der aufgemotzten, figurbetonten, geilmachenden Hüppegruppe ab, so dass der Festwirt mit seinem Team es nicht schaffte, den Sabber der notgeilen Böcke wieder wegzuwischen. Und weil man nach so 30-40 Hopfenblütentee auch mal sich entleeren muss, um Platz zu schaffen für neue Brüh, begab sich Amtsbruder Benno Z. auf den Scheißhauswagen. Da dort nur kurzbeinige Personen a la Detlev Sch. vertreten waren, benutzte Benno eine Wanne namens Waschbecken. „Ich bin ich nicht klein wie ihr, mein Geschäft geht auch höher hinein, hier!“ So nahm das Inferno seinen Lauf und der Abend plätscherte so dahin. Um 2.15 Uhr hatte der Festwirt ein einsehen und schloss den Zapfhahn. Nach ein paar Stunden Schlaf hörte der heutige Kirmespfarrer um 6.45 Uhr vom Eichberg seltsame Geräusche: Timberquecke war schon am Bäume abflexen, und das schon eine Stunde früher als sonst. Um 7.30 Uhr wurden alle Waldkämpfer auf die Wagen gehievt, um den weiten Weg zum Eichberg auf sich zu nehmen. Kaum angelangt, fingen es auch schon an zu schütten. Da die fünf Kirmesweisen in ihrem hohen Alter schon zu klapprig sind um Maibäume auf den Hänger zu wuchten, beschlossen sie sich in eine Hütte zu begeben. Da gleich eine neben dem Hang war, wurde diese zum exzessiven Gasausdünsten und Saufen missbraucht. So um 10 Uhr waren alle Bäume auf dem Wagen und zwei Kisten AKE geleert. Sehr durstig und hungrig stürmten die Waldkiller das Festmahl im Festzelt. Alles war ausnahmsweise reichlich vorhanden! Ob mal wieder Butter auf den Gehacktesbrötchen gelandet ist, kann ich nicht sagen, da nicht jeder eins bekam! Nach 2,5 Stunden Aufenthalt im Festzelt ging es dann endlich weiter. Keine 100 Meter gerollt, zerschellte auch schon eine komplette Kiste Bier vor der Kirche. Ein Jüngling hatte unsanft die Brüh vom Hänger gedemmelt. Den fünf Kirmesweisen gelang es nicht, den kostbaren Saft zu retten! Die Herren Bäumeausteiler war fix wie eh und je, man gelangte irgendwie durch das Dorf. Nur der sintflutartige Dauerregen demotivierte alle, sogar eine junge Frau namens Julia Sch. half beim Maibäume verteilen mit. Ein absolutes Novum in der Geschichte unserer Salatkirmes! Gibt es denn in Germerode keine richtigen Männer mehr? Alles nur noch Weicheier??? Bei Amtsbruder Benno Z traf sich wieder die Jungs vom Anger-Clan um ordentlich für den Abend vorzuglühen. Stilgerecht gab es bei ihm Fassbier, es schmeckte öd und fad, dieser Schlawiner wollte den armen Jungs abgelaufenes Bier andrehen. Es wurde unterm Umbrella gesoffen und gegröhlt, von 14 – 19.30 Uhr soll das Angerfest gedauert haben! Am Samstagabend spielte wieder TIMELESS auf, das Zelt war voll wie eh und jeh. Viele Besucher kamen, tranken und wollten mal wieder Germeröder sein. Einige Besucher waren das jedoch nicht, sie zertrümmerten als Tischzerfetzer Mobiliar und tausende an Biergläsern. Ein verheiratetes Ehepaar musste sogar aus Todesangst aus dem Zelt fliehen, vielleicht sollte man ab und zu mal ein Trupp von der Polizei hineinschicken! Übrigens schüttete es immer noch! Da kaum ein Vollsaufgerät sich draußen den Arsch waschen lassen wollte, wurde das Festzelt kaum verlassen! Erst am frühen Morgen hat Amtsbruder Petrus mal den Regen deaktiviert, eine komische grelle Scheibe kam zum Vorschein.... Ist das die Sonne? Am Sonntag versuchte die Jugend wieder an der heißgeliebten Alkoholverdunstungsstunde in der Klosterkirche teilzunehmen. Amtsschwester Dorlies hielt die Messe bravurös. Nur der Kirmespfarrer hatte leichte linguistische Schwächen aufzuweisen. Nach der Kirche ging es schon mit dem Umzug los. Der Umzug war prächtig lang, es liefen wieder hunderte Zuschauer mit. Viele liefen zerlumpt und zerzaust völlig orientierungslos durchs Kaff. Und wenn man Glück hatte, konnte man „Die sechs Richtigen“ erwischen. Wehe ihr tippt die Zahlen!!! Frau Holle wurde mit Bodyguards gekutscht, der Spochtverein will unbedingt Weltmeister werden und die Schützen hatten gleich Angie Merkel mitgebracht. Die Landfrauen waren die Vogelscheuchen und der Wildpark will nicht jedes Jahr gewinnen! Der Tanz auf dem Anger fiel wegen eines schweren Unfalls aus, der Bodyguard von Frau Holle stürzte unkontrolliert vom Wagen. Schöne Grüße an den Bäckermeister und rasche und gute Genesung! Da nach diesem Vorfall allen Anwesenden die Farbe aus dem Gesicht glitt, wurde der Wettbewerb „Der schlechteste Tänzer seit 850 Jahren“ ins Festzelt bei gedämpfter Stimmung verlagert. Die Druckbetankung im Festzelt war famos, es wurde gesoffen und gelallt. Und einige Oberspezialisten schafften es auch mal wieder ein Eierklauen zu veranstalten. So 10-15 Leutchens donnerten sich im Jugendraum der Insider die Wampe mit Eiern voll und kippten sich Literweise Brüh in den Rachen. Am heutigen Tag war ja mal wieder der Frühschoppen, mit aller Kraft versuchten die Brennhörner wieder sich dem Alkohol auszuliefern. Die ein oder andere Schweinshaxe wird so manchem hier Anwesenden noch quer im Magen hängen. Und einige werden bestimmt schon durch die Kloschüssel dem Gerstensaft ein kräftiges „Lebewohl“ hinterher gerufen haben! Kurz vor Redaktionsschluss um 17.05 Uhr und 14 Sekunden ereignete sich das obligatorische Läuferstockklauen. Zwei Jungen Mädels namens Annika Z. und Stefanie Sch. klauten mit Hilfe von Ex-Ex-Ex-Ex-Ex-Kirmbursche Hagen B. und Stephanie M. den Läuferstock von dem Läufer Julian K.! Da aber der Geiz der Burschen am Montag nicht mehr zu überbieten war, schlugen sie alle friedlichen Auslöseangebote (17.00 Uhr 30 Chips) aus und spielten die Ständchen wie gewohnt weiter. Letztes Auktionsangebot der kleinen blonden Diebinnen: 684 Chips. Dies waren die bisherigen Ereignisse der Kirmes, die mir von den altbewährten versoffenen, räudigen, stinkenden Kirmesspionen zugetragen wurden. Bevor wir unsere geliebte Kirmes in das tiefe, dunkle Loch schmettern, lasset uns unsere schmierigen, vom Rauchen vergilbte Hände falten und unseren heiligen Glauben bekennen. Ich glaube, daß die Kirmes gelungen ist, daß es heute abend dunkel und morgen wieder hell wird, an die Kirmesburschen, geboren in Deutschland, gekämpft im Wald, gelitten unter manchen Tiefschlägen, gesoffen, gedient und gekämpft für uns alle, sie ackerten so manche Stund‘, um zu richten, was noch zu richten war. Ich glaube an die Waldkämpfer, besonders an Nils Z., weil er uns Samstag fünf Mal wegen seinem Analhusten aus der Hütte gejagt hat, an Jens F.’s kräftigen Durst, weil er uns so inspirierte, an Hagen B., weil er so schön den Maibaumwagen mit angezogener Handbremse in den Graben fahren kann, an die Pommesbude, weil sie unsere Mägen verdichtet, an AKE, weil sie uns mit Gerstensaft versorgt, an den Scheißhauswagen, aber nur wenn die Damen in die Herrentoilette strömen, an Powerlocken am Hinterteil, aber nur wenn man nicht rasiert ist, an den Schornsteinfegermeister, der schon wieder eine Prinzessin sucht an das vor vierzehn Jahren am Herzinfarkt verendete Huhn, weil es keine Chance mehr hatte, noch eine Kirmes zu erleben an die Senkung der Sprittpreise an den Kirmesläufer Julian, das er die nächsten hundert Jahre immer im Kreise hüpft daß in Germerode ein Freudenhaus sowie ein Straßenstrich entsteht daß wir in Germerode das Volk sind, das am besten feiern und saufen kann, an ein ewiges Leben der Kirmes. Die Kollekte dieses Jahr ist für die Anschaffung ein Theke im Wald vorgesehen, damit die Kirmesweisen sich selbst frisch gezapftes Bier im Wald zapfen können. Bitte senkt noch einmal Eure vom Alkohol gezeichneten Saufköppe, damit wir den geheiligten Sarg in das Reich der Volltrunkenheit hinablassen können. Die Kirmesburschen bitten euch Freibiergesichter nun auf den Anger, um eure aufgedunsenen Körper noch mal über den Splitt zu schieben. Und wehe es fällt heute wieder einer auf die Fresse. Mir ist jetzt noch schlecht von gestern!
© Salatkirmes Germerode 2019 - Webmaster Rolf Nickel
Salatkirmes Germerode 30. Mai bis 03. Juni 2019

Rede der Kirmesbeerdigung am 29.

Mai 2006 von Kirmespfarrer Rolf

Nickel

Sehr geehrte traurige Kirmesgesellschaft, weiblich Trauergestalten, versoffene Bande, Frühschoppenschlucker und Freibiergesichter. Ich hoffe, dass ich damit alle begrüßt habe. Nach fünf intensiven Tagen des Saufens, Fressens und Rumbockens stehen wir heute nun wieder hier, um unsere geliebte Kirmes in einem Sarg in das dunkle große Loch zu schmettern. Mit großer Verwunderung stelle ich fest, das sich doch hier einige Menschen vom Zapfhahn trennten und bis hierher gefunden haben. Faltet nun eure von Nikotin und Bier versüfften Finger um auf die letzten notgeilen, räudigen Tage zurückzublicken. Vieles war für die diesjährige Salatkirmes nicht so einfach. Nach drei Begattungsversuchen, in Fachkreisen auch Kirmesversammlung genannt, fanden sich endlich 2 neue Burschen. Zu allem Elend findet um die gleiche Zeit hinter dem Berg auch ein komisches Konkurrenzfest namens „Chattenfest“ oder so ähnlich statt. Aber die entscheidende Frage ist hierbei gewesen: Wer sind denn überhaupt die Kirmesburschen? Wer ist der Festwirt? Wo sind wir denn überhaupt? Am Gründonnerstag, auch Papitag genannt, öffneten die Kirmesburschen das Festzelt und mein Amtsbruder Petrus die Schleusen des Himmels. Noch am Nachmittag waren die Burschen Steve Flower und Hansi „Brennhorn“ Hartmann kräftig am Arbeiten. Mit Schlepper und Anhänger wurde noch Zeugs durch die gegen gekarrt, da aber unsere Jungväter am Heiligenberg bei Matze K. residierten, erspähten sie das besagte Vehikel und beschlagnahmten den Bolzen. Und weil das alle so toll fanden, wurde der „Kirmesbolzen“ an einem würdigen Platz im Festzelt an der höchsten Stelle desselbigen gut sichtbar montiert. Versuche der Burschen, das Teil mit der Leiter wieder in ihren Besitz zu bringen, scheiterten alle kläglich. Am Abend, dann heizte das Discoteam Merlin zum zehnjährigen Dienstjubiläum bei uns so richtig ein. Und ein wenig Rockmusik gab es dann auch auf die Lauscher. Das Zelt war wieder brechend voll, das lag wohl am Wetter. Wenn ein gebürtiger Ringgauner Kirmesbursche wird, weint nämlich sogar der Himmel. Und weil das Wetter so sauig war, wollte keiner aufs Chattenfest hinterm Berg auf lausige Open Air-Veranstaltungen. So war das Säckel der Burschen schnell gefüllt und ihre Stimmung stieg erheblich. Auch einige Vollsaufgeräte gerieten wieder außer Rand und Band, und zu allem Übel waren wieder die bösen Tischzerfetzer unterwegs, die dann auch noch hunderte an Biergläsern zerdepperten. Am Freitag war dann wieder die Zeit angebrochen, sich den Magen mit Kartoffelpuffer und Brüh vollzuwürgen. Etliche Spritthexen schoben sich das Zeugs quer und hochkant durch den Hals, es sah ganz und gar fürchterlich aus. Weiter ging es im Programm mit einer Kombo aus der Zone, die offizielle Kirmeseröffnung ging fast reibungslos. Nur der Fahnenträger Timm W. glänzte mit totaler Unwissenheit und boykottierte das hin- und hergeschiebe auf der Tanzfläche. Nachdem die letzten verfressenen Hungermäuler sich die verbrutzelten Kartoffelfladen reingefeuert hatten, kam auch gleich nach dem Hineinwürgens des letzten Bisses die Auftritte des hiesigen Spochtvereins. Es blieb kaum Zeit eine Brüh zu saufen, schon begannen die Hüppegruppen (von meinem Amtsbruder Jörg. Sch. auch mal als „Krampfadergeschwader“ tituliert) die Augen der notgeilen Böcke zu verblitzen. Bei einem Liedchen von Frank Sinatra – NEW YORK – lief die Erotikshow der aufgemotzten, figurbetonten, geilmachenden Hüppegruppe ab, so dass der Festwirt mit seinem Team es nicht schaffte, den Sabber der notgeilen Böcke wieder wegzuwischen. Und weil man nach so 30-40 Hopfenblütentee auch mal sich entleeren muss, um Platz zu schaffen für neue Brüh, begab sich Amtsbruder Benno Z. auf den Scheißhauswagen. Da dort nur kurzbeinige Personen a la Detlev Sch. vertreten waren, benutzte Benno eine Wanne namens Waschbecken. „Ich bin ich nicht klein wie ihr, mein Geschäft geht auch höher hinein, hier!“ So nahm das Inferno seinen Lauf und der Abend plätscherte so dahin. Um 2.15 Uhr hatte der Festwirt ein einsehen und schloss den Zapfhahn. Nach ein paar Stunden Schlaf hörte der heutige Kirmespfarrer um 6.45 Uhr vom Eichberg seltsame Geräusche: Timberquecke war schon am Bäume abflexen, und das schon eine Stunde früher als sonst. Um 7.30 Uhr wurden alle Waldkämpfer auf die Wagen gehievt, um den weiten Weg zum Eichberg auf sich zu nehmen. Kaum angelangt, fingen es auch schon an zu schütten. Da die fünf Kirmesweisen in ihrem hohen Alter schon zu klapprig sind um Maibäume auf den Hänger zu wuchten, beschlossen sie sich in eine Hütte zu begeben. Da gleich eine neben dem Hang war, wurde diese zum exzessiven Gasausdünsten und Saufen missbraucht. So um 10 Uhr waren alle Bäume auf dem Wagen und zwei Kisten AKE geleert. Sehr durstig und hungrig stürmten die Waldkiller das Festmahl im Festzelt. Alles war ausnahmsweise reichlich vorhanden! Ob mal wieder Butter auf den Gehacktesbrötchen gelandet ist, kann ich nicht sagen, da nicht jeder eins bekam! Nach 2,5 Stunden Aufenthalt im Festzelt ging es dann endlich weiter. Keine 100 Meter gerollt, zerschellte auch schon eine komplette Kiste Bier vor der Kirche. Ein Jüngling hatte unsanft die Brüh vom Hänger gedemmelt. Den fünf Kirmesweisen gelang es nicht, den kostbaren Saft zu retten! Die Herren Bäumeausteiler war fix wie eh und je, man gelangte irgendwie durch das Dorf. Nur der sintflutartige Dauerregen demotivierte alle, sogar eine junge Frau namens Julia Sch. half beim Maibäume verteilen mit. Ein absolutes Novum in der Geschichte unserer Salatkirmes! Gibt es denn in Germerode keine richtigen Männer mehr? Alles nur noch Weicheier??? Bei Amtsbruder Benno Z traf sich wieder die Jungs vom Anger-Clan um ordentlich für den Abend vorzuglühen. Stilgerecht gab es bei ihm Fassbier, es schmeckte öd und fad, dieser Schlawiner wollte den armen Jungs abgelaufenes Bier andrehen. Es wurde unterm Umbrella gesoffen und gegröhlt, von 14 – 19.30 Uhr soll das Angerfest gedauert haben! Am Samstagabend spielte wieder TIMELESS auf, das Zelt war voll wie eh und jeh. Viele Besucher kamen, tranken und wollten mal wieder Germeröder sein. Einige Besucher waren das jedoch nicht, sie zertrümmerten als Tischzerfetzer Mobiliar und tausende an Biergläsern. Ein verheiratetes Ehepaar musste sogar aus Todesangst aus dem Zelt fliehen, vielleicht sollte man ab und zu mal ein Trupp von der Polizei hineinschicken! Übrigens schüttete es immer noch! Da kaum ein Vollsaufgerät sich draußen den Arsch waschen lassen wollte, wurde das Festzelt kaum verlassen! Erst am frühen Morgen hat Amtsbruder Petrus mal den Regen deaktiviert, eine komische grelle Scheibe kam zum Vorschein.... Ist das die Sonne? Am Sonntag versuchte die Jugend wieder an der heißgeliebten Alkoholverdunstungsstunde in der Klosterkirche teilzunehmen. Amtsschwester Dorlies hielt die Messe bravurös. Nur der Kirmespfarrer hatte leichte linguistische Schwächen aufzuweisen. Nach der Kirche ging es schon mit dem Umzug los. Der Umzug war prächtig lang, es liefen wieder hunderte Zuschauer mit. Viele liefen zerlumpt und zerzaust völlig orientierungslos durchs Kaff. Und wenn man Glück hatte, konnte man „Die sechs Richtigen“ erwischen. Wehe ihr tippt die Zahlen!!! Frau Holle wurde mit Bodyguards gekutscht, der Spochtverein will unbedingt Weltmeister werden und die Schützen hatten gleich Angie Merkel mitgebracht. Die Landfrauen waren die Vogelscheuchen und der Wildpark will nicht jedes Jahr gewinnen! Der Tanz auf dem Anger fiel wegen eines schweren Unfalls aus, der Bodyguard von Frau Holle stürzte unkontrolliert vom Wagen. Schöne Grüße an den Bäckermeister und rasche und gute Genesung! Da nach diesem Vorfall allen Anwesenden die Farbe aus dem Gesicht glitt, wurde der Wettbewerb „Der schlechteste Tänzer seit 850 Jahren“ ins Festzelt bei gedämpfter Stimmung verlagert. Die Druckbetankung im Festzelt war famos, es wurde gesoffen und gelallt. Und einige Oberspezialisten schafften es auch mal wieder ein Eierklauen zu veranstalten. So 10-15 Leutchens donnerten sich im Jugendraum der Insider die Wampe mit Eiern voll und kippten sich Literweise Brüh in den Rachen. Am heutigen Tag war ja mal wieder der Frühschoppen, mit aller Kraft versuchten die Brennhörner wieder sich dem Alkohol auszuliefern. Die ein oder andere Schweinshaxe wird so manchem hier Anwesenden noch quer im Magen hängen. Und einige werden bestimmt schon durch die Kloschüssel dem Gerstensaft ein kräftiges „Lebewohl“ hinterher gerufen haben! Kurz vor Redaktionsschluss um 17.05 Uhr und 14 Sekunden ereignete sich das obligatorische Läuferstockklauen. Zwei Jungen Mädels namens Annika Z. und Stefanie Sch. klauten mit Hilfe von Ex-Ex-Ex-Ex-Ex-Kirmbursche Hagen B. und Stephanie M. den Läuferstock von dem Läufer Julian K.! Da aber der Geiz der Burschen am Montag nicht mehr zu überbieten war, schlugen sie alle friedlichen Auslöseangebote (17.00 Uhr 30 Chips) aus und spielten die Ständchen wie gewohnt weiter. Letztes Auktionsangebot der kleinen blonden Diebinnen: 684 Chips. Dies waren die bisherigen Ereignisse der Kirmes, die mir von den altbewährten versoffenen, räudigen, stinkenden Kirmesspionen zugetragen wurden. Bevor wir unsere geliebte Kirmes in das tiefe, dunkle Loch schmettern, lasset uns unsere schmierigen, vom Rauchen vergilbte Hände falten und unseren heiligen Glauben bekennen. Ich glaube, daß die Kirmes gelungen ist, daß es heute abend dunkel und morgen wieder hell wird, an die Kirmesburschen, geboren in Deutschland, gekämpft im Wald, gelitten unter manchen Tiefschlägen, gesoffen, gedient und gekämpft für uns alle, sie ackerten so manche Stund‘, um zu richten, was noch zu richten war. Ich glaube an die Waldkämpfer, besonders an Nils Z., weil er uns Samstag fünf Mal wegen seinem Analhusten aus der Hütte gejagt hat, an Jens F.’s kräftigen Durst, weil er uns so inspirierte, an Hagen B., weil er so schön den Maibaumwagen mit angezogener Handbremse in den Graben fahren kann, an die Pommesbude, weil sie unsere Mägen verdichtet, an AKE, weil sie uns mit Gerstensaft versorgt, an den Scheißhauswagen, aber nur wenn die Damen in die Herrentoilette strömen, an Powerlocken am Hinterteil, aber nur wenn man nicht rasiert ist, an den Schornsteinfegermeister, der schon wieder eine Prinzessin sucht an das vor vierzehn Jahren am Herzinfarkt verendete Huhn, weil es keine Chance mehr hatte, noch eine Kirmes zu erleben an die Senkung der Sprittpreise an den Kirmesläufer Julian, das er die nächsten hundert Jahre immer im Kreise hüpft daß in Germerode ein Freudenhaus sowie ein Straßenstrich entsteht daß wir in Germerode das Volk sind, das am besten feiern und saufen kann, an ein ewiges Leben der Kirmes. Die Kollekte dieses Jahr ist für die Anschaffung ein Theke im Wald vorgesehen, damit die Kirmesweisen sich selbst frisch gezapftes Bier im Wald zapfen können. Bitte senkt noch einmal Eure vom Alkohol gezeichneten Saufköppe, damit wir den geheiligten Sarg in das Reich der Volltrunkenheit hinablassen können. Die Kirmesburschen bitten euch Freibiergesichter nun auf den Anger, um eure aufgedunsenen Körper noch mal über den Splitt zu schieben. Und wehe es fällt heute wieder einer auf die Fresse. Mir ist jetzt noch schlecht von gestern!